Wohlfühlen in der kalten Jahreszeit Winterliche Ayurveda-Tipps
- claudiapretzsch

- 31. Jan.
- 3 Min. Lesezeit

Die kalte Jahreszeit bringt nicht nur sinkende Temperaturen und dunkle Tage mit sich, sondern oft auch ein Gefühl der inneren Schwere. Das traditionelle indische Gesundheitssystem Ayurveda hält wertvolle Empfehlungen bereit, um Körper und Geist während des Winters in Einklang zu bringen. In diesem Blogbeitrag möchte ich dir Inspirationen geben, wie du mit einfachen Ritualen, Ernährungstipps und Achtsamkeit das Beste aus der winterlichen Zeit herausholen kannst, während du dich stark und wohl fühlst.
Eine kleine Einführung in die Doshas im Ayurveda
Im Ayurveda wird das Zusammenspiel zwischen Mensch und Natur durch drei fundamentale Energien, die Doshas, beschrieben: Vata, Pitta und Kapha. Jedes Dosha hat spezifische Eigenschaften und Funktionen, die unsere körperliche und geistige Gesundheit beeinflussen.

Vata
Elemente: Luft und Raum
Bewegung und Nervensystem
Charakteristika: leicht, trocken, kühl, dynamisch
Funktionen: Atmung, Nervenimpulse, Bewegung, Kreativität
Im Winter kann Vata leicht aus der Balance geraten, was zu Kälteempfindungen, Unruhe, Schlafstörungen, trockener Haut und allgemeiner Erschöpfung führen kann.

Pitta
Elemente: Feuer und Wasser
Transformation & Verdauung
Charakteristika: heiß, scharf, intensiv
Funktionen: Stoffwechsel, Verdauung (Agni), Hormonausgleich, Klarheit
Pitta ist im Winter meist stabil, kann jedoch durch hohen Stress oder scharfe Speisen ansteigen und innere Unruhe sowie Reizbarkeit hervorrufen.

Kapha
Elemente: Erde und Wasser
Struktur & Immunität
Charakteristika: schwer, kühl, feucht, stabil
Funktionen: Gewebeaufbau, Gelenke, Schleimhäute, Immunsystem
Während der kalten Jahreszeit neigt Kapha zu Ansammlungen, was Trägheit, Schleimbildung und Gewichtszunahme zur Folge haben kann.
Die Winterzeit spiegelt die Einflüsse von Vata und Kapha wider und erfordert besondere Aufmerksamkeit.
Die Winterzeit=Vata- und Kapha-Phasen
Im Ayurveda wird der Winter in zwei Abschnitte unterteilt: den frühen Winter (Hemanta Ritu) und den späten Winter (Shishima Ritu). Der frühe Winter ist von Vata-Energien geprägt, während im späten Winter das Kapha-Element eine größere Rolle spielt.

Früher Winter (22. Oktober – 21. Dezember - Hemanta Ritu)
In dieser Zeit ist die Kälte spürbar, wird aber oft als mild empfunden. Der Körper benötigt wärmende, nährende und ölige Nahrungsmittel, um das bewegliche Vata-Dosha zu stabilisieren. Eintöpfe und Suppen, Nüsse sowie tierische oder pflanzliche Proteine sind ideal. Die zunehmende Kälte aktiviert das Agni, und das Verdauungsfeuer brennt kräftig. Zudem erleben wir in der Zeit vor Weihnachten oft stressige Phasen, was die Vata-Energie verstärkt und die Anfälligkeit für Erkältungen steigern kann. Rezept-Tipp: Rote Beete in Kreuzkümmel gekocht, serviert mit etwas Öl und Gewürzen.

Später Winter (22. Dezember – 21. Februar - Shishima Ritu)
Hier wird die Kälte intensiver, und der Körper beginnt, Kapha anzusammeln, um Resilienz und Gesundheit in der tiefen Winterzeit zu gewährleisten. Verdauung und Stoffwechsel verlangsamen sich, die Natur ist in eine Phase der Ruhe eingetreten. Knusprige Kälte und Stille dominieren. Tipps für diese Phase sind, regelmäßig warmes Wasser oder Ingwertee zu konsumieren und nahrhafte Gemüsebrühen sowie stärkende Lebensmittel, wie Kürbissuppe mit Ingwer und einem Schuss Ghee.
Ein einfaches Rezept für den gesamten Winter: Ingwer-Zitronen-Tee mit Honig – perfekt zur Stärkung des Immunsystems und zum Erwärmen des Körpers.
Durch bewusste Anpassungen in der Ernährung und den täglichen Routinen kannst du in beiden Phasen des Winters deine Balance finden. Das Wissen über die Wechselwirkungen der Doshas hilft dir, deine Lebensweise optimal auszurichten.
Selbstfürsorge und Rituale: Ayurveda für kalte Tage
In der winterlichen Zeit ist es von essenzieller Bedeutung, dir selbst Wärme, Achtsamkeit und Erholung zu gönnen. Der Winter bietet uns die perfekte Gelegenheit, genau das zu tun.

Morgenroutine: Starte deinen Tag mit einem Glas warmem Wasser und einer sanften, stärkenden Yoga-Praxis. Dies regt den Kreislauf an und bringt Energie. Erdende Yogahaltungen wie der Kind, der Schmetterlingssitz, der Baum oder ein langsamer Krieger-Flow schaffen Stabilität und Ausrichtung.
Abhyanga: Eine tägliche Selbstmassage mit warmem Öl beruhigt Vata und schützt die Haut vor Trockenheit.

Abendrituale: Wärmende Kräutertees und eine kurze Meditation am Abend fördern einen erholsamen Schlaf und eine tiefgreifende Regeneration. Yin Yoga kann dazu beitragen, den Tag in Ruhe ausklingen zu lassen.
Yoga-Nidra und Entspannungsübungen: Plane dir bewusst Zeit ein, um wirklich zu ruhen, anstatt deine To-Do-Liste abzuarbeiten. Nutze geführte Yoga-Nidra-Sitzungen, um in die innere Stille einzutauchen.
Indem du diese einfachen und wirksamen Methoden anwendest, kannst du den Winter nicht nur überstehen, sondern ihn aktiv genießen und dich dabei erfrischt und gestärkt fühlen. In diesem Sinne, genieß den Schnee und die Winterzeit :-)
Claudia Pretzsch/ Yoga Zauber Leipzig







Kommentare